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Ist die Weidehaltung wirklich gesund für mein Pferd?

Die Weidehaltung gilt als eine der artgerechtesten Formen der Pferdehaltung. Doch was steckt dahinter – welche Vorteile bringt die Weidehaltung für Pferde mit sich und welche gesundheitlichen Aspekte sind hervorzuheben? In diesem Beitrag beleuchten wir die zentralen Aspekte der Weidehaltung und zeigen, warum sie ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Pferdehaltung sein sollte.

 

Natürliche Bewegung und Muskulatur

Pferde sind Lauftiere – ihre Anatomie und ihr Bewegungsapparat sind auf tägliche Bewegung ausgelegt. Die Weidehaltung ermöglicht genau das: freie Bewegung über Stunden hinweg. Anders als in der Box oder auf kleinen Paddocks können Pferde auf der Weide traben, galoppieren und sich spielerisch bewegen. Diese Bewegungsfreiheit fördert nicht nur den Muskelaufbau, sondern unterstützt auch die Gelenkgesundheit und beugt Bewegungsmangelerscheinungen wie Steifheit oder Verspannungen vor – ein entscheidender Faktor für Sport- und Freizeitpferde gleichermaßen. 

 

Soziales Verhalten und Herdenleben

Wir wissen, dass Pferde Tiere mit hoher Sozialisation sind. Sie leben in Herden und durch die Weidehaltung können diese natürlichen sozialen Strukturen beibehalten werden. Dies führt zu einem ausgewogenen und zufriedenen Verhalten Ihres Pferdes. Die psychische Gesundheit der Pferde ist von wichtiger Bedeutung und kann dazu beitragen, Verhaltensprobleme zu vermeiden, die häufig in einem isolierten Zustand auftreten. Auf der Weide in einer Gruppe gehaltene Pferde entwickeln ein ausgeprägtes Gefühl der Herde, das ihr generelles Wohlbefinden unterstützt. 

 

Natürliche Fütterung und gesunde Verdauung

Weidehaltung ermöglicht natürliches Fressverhalten

Die Weidehaltung ermöglicht es Pferden, ihrem natürlichen Fressverhalten nachzugehen, indem sie über den Tag verteilt kleinere Mengen fressen. Das kontinuierliche Grasen auf der Weide fördert eine gesunde Verdauung und reduziert das Risiko von Magen-Darm-Problemen wie Koliken. Frisches Weidegras liefert zudem wichtige Nährstoffe wie Beta-Carotin, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren – ein Plus für Stoffwechsel und Immunsystem. Für leichtfuttrige Pferde oder solche mit EMS ist jedoch eine angepasste Weidezeit oder Maulkorbmanagement essenziell.

Das saisonale Angebot an Gras variiert jedoch stark: Während im Frühjahr und Frühsommer meist ausreichend nährstoffreiches Futter zur Verfügung steht, nimmt die Qualität und Menge im Spätsommer und Herbst deutlich ab. In diesen Phasen – sowie bei starker Beanspruchung der Weideflächen – ist eine gezielte Zufütterung mit Heu oder angepasstem Kraftfutter unerlässlich, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen und Mangelerscheinungen vorzubeugen.

 

Stressreduktion und Wohlbefinden

Ein wichtiger Aspekt der Weidehaltung ist die Reduktion von Stress, denn Pferde, die regelmäßig auf die Weide dürfen, sind oft weniger anfällig für stressbedingte Verhaltensweisen. Der Aufenthalt im Freien, in einer natürlichen Umgebung, wirkt beruhigend auf die Tiere. Sie können ihren natürlichen Instinkten folgen, was zu einem ausgeglichenen Gemütszustand beiträgt. Die frische Luft und der tägliche Sonnenschein unterstützen zudem das Immunsystem und fördern die allgemeine Gesundheit.

 

Psychische und physische Ausgeglichenheit

Pferde, die regelmäßig auf die Weide dürfen, sind oft ausgeglichener und zeigen insgesamt weniger stressbedingte Symptome. Die Kombination aus freier Bewegung, sozialem Kontakt und der natürlichen Umgebung trägt dazu bei, dass Pferde sich wohler fühlen und insgesamt gesünder sind. Diese Ausgeglichenheit zeigt sich nicht nur in einem stabilen Gesundheitszustand, sondern auch in einer verbesserten Leistungsbereitschaft und einem insgesamt zufriedenen Verhalten.

Koppelzaun Ranch
Zur Weidehaltung gehören auch sichere Weidezaunsysteme.

 

Wie gesund ist die Weidehaltung wirklich?

Die Weidehaltung ist eine der gesündesten und artgerechtesten Formen der Pferdehaltung. Sie bietet zahlreiche Vorteile, die das körperliche und psychische Wohlbefinden der Tiere fördern. Auch wenn wir bei Growi hier die Vorteile aufgezeigt haben, gibt es dennoch einige Aspekte, die beachtet werden müssen, um sicherzustellen, dass die Weidehaltung tatsächlich so gesund ist, wie sie sein kann.

  • Ausreichende Weidefläche: Damit die Weidehaltung optimal funktioniert, ist es wichtig, dass genügend Fläche zur Verfügung steht. Überweidung kann zu einem Mangel an frischem Gras führen und die Bodenqualität beeinträchtigen. Daher sollten Sie darauf achten, dass die Weideflächen ausreichend groß sind und gegebenenfalls durch das Abwechseln der Weideflächen oder die Fütterung von Heu ergänzt werden.
  • Pflege der Weide: Regelmäßige Pflege der Weide, wie das Mähen, Düngen und Entfernen von Unkraut, ist entscheidend, um eine gesunde Vegetation sicherzustellen. Auch das regelmäßige Kontrollieren der Weidezäune und der Zugang zu sauberem Wasser sind wichtige Faktoren für die Sicherheit und Gesundheit der Pferde.
  • Individuelle Bedürfnisse: Nicht alle Pferde haben die gleichen Anforderungen an die Weidehaltung. Ältere Pferde, Pferde mit speziellen Gesundheitsproblemen oder leichtfuttrige Rassen benötigen unter Umständen eine besondere Betreuung. In solchen Fällen kann es notwendig sein, die Weidehaltung individuell anzupassen, um den speziellen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Diese Faustformeln helfen bei Berechnung der benötigten Weidefläche.

 

Die Weidehaltung bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile für Pferde und ist eine der artgerechten Haltungsformen, die es gibt. Eine gut geplante und gepflegte Weidehaltung ist daher eine der besten Möglichkeiten, die Gesundheit und Zufriedenheit Ihrer Pferde langfristig zu gewährleisten. Dennoch kennen Sie Ihr Pferd am besten und wissen, welche Bedürfnisse besonders und vor allem individuell betrachtet werden müssen. Daher wägen Sie ab, wie oft Ihr Pferd im Stall oder auf der Weide stehen kann. 

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