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Die verschiedenen Arten von Weiden und ihre Eigenschaften

Wer Weideflächen optimal nutzen möchte, sollte die unterschiedlichen Weidearten und deren Besonderheiten kennen. Jede Weideform bringt eigene Vorteile mit, die sich auf Futterqualität, Tiergesundheit und Bewirtschaftung auswirken. Im folgenden Überblick lernen Sie die wichtigsten der verschiedenen Weiden kennen und erfahren zusätzlich, welche Aspekte in der Pferdehaltung besonders entscheidend sind.

 

1. Diese Arten von Weiden gibt es

1.1 Grünlandweiden

Grünlandweiden bestehen überwiegend aus hochwertigen Gräsern und Kräutern wie Wiesenlieschgras, Rotschwingel und Wiesenrispengras.
Eigenschaften:

  • Hohe Futterqualität
  • Gute Verdaulichkeit
  • Geeignet für Rinder, Schafe und Ziegen
  • Fördert das Wachstum von Jungtieren

 

1.2 Kleeweiden

Kleeweiden enthalten Mischungen aus Gräsern und eiweißreichen Kleearten wie Rotklee, Weißklee oder Luzerne.
Eigenschaften:

  • Sehr hoher Proteingehalt
  • Verbessert den Nährstoffgehalt des Grundfutters
  • Besonders geeignet für Milchvieh und Pferde mit höherem Proteinbedarf

 

1.3 Wiesenweiden

Wiesenweiden sind ideal für Pferde.

Wiesenweiden bestehen aus einer vielfältigen Mischung aus Gräsern, Kräutern und Blumen.
Eigenschaften:

  • Besonders artenreich und abwechslungsreich
  • Ideal für Pferde, da Kräuter das natürliche Selektionsverhalten unterstützen
  • Kräuter können zur natürlichen Parasitenreduktion beitragen

 

1.4 Moorweiden

Moorweiden kommen auf nassen, sauren und nährstoffarmen Böden vor und tragen Pflanzenarten wie Rispengras oder Schmalblättriges Wollgras.
Eigenschaften:

  • Geeignet für sehr robuste Rassen (z. B. Highland Cattle, Skudden)
  • Tiere müssen nährstoffarmes Futter gut verwerten können

 

1.5 Hochweiden

Hochweiden liegen in höheren Lagen und zeichnen sich durch alpine Gräser und Kräuter aus.
Eigenschaften:

  • Gut geeignet für Schafe und Ziegen
  • Pflanzen sind kälteresistent
  • Auch im Sommer ausreichend Nahrungsangebot

 

1.6 Salzweiden

Salzweiden entstehen auf salzhaltigen Böden.
Eigenschaften:

  • Besonders geeignet für Schafe und Ziegen
  • Salzgehalt kann den Mineralstoffhaushalt positiv unterstützen

 

2. Was in der Pferdehaltung entscheidend ist

Foto von Boys In Bristol SmokZ.

Die Anforderungen an eine Pferdeweide unterscheiden sich von denen anderer Weidetiere. Pferde sind Dauerfresser mit ausgeprägtem Selektionsverhalten und sensibler Verdauung. Daher spielen folgende Faktoren eine zentrale Rolle:

 

2.1 Struktur- und Artenvielfalt

Pferde benötigen eine Weide, die sowohl nährstoffarme als auch nährstoffreiche Pflanzen enthält.

  • Kräuter und vielfältige Pflanzenstrukturen unterstützen eine gesunde Verdauung.
  • Wiesenweiden mit Kräuteranteil fördern das natürliche Fressverhalten.

 

2.2 Kontrolle des Energiegehalts

Viele moderne Grasarten sind für die Pferdefütterung zu energiereich.
Wichtig sind daher:

  • Mäßig wüchsige Gräser
  • Geringer Zuckergehalt
  • Ausgewogenes Verhältnis von Gräsern und Kräutern

Besonders leichtfuttrige Pferde (z. B. Ponys, Kaltblüter) profitieren von extensiveren Weiden.

 

2.3 Mineralstoffversorgung

Pferde decken ihren Mineralstoffbedarf kaum allein durch Weidefutter.
Salzweiden können unterstützen, ersetzen jedoch nicht die zusätzliche Mineralstoffgabe.

 

2.4 Trittfestigkeit und Bodengesundheit

Pferde im Galopp sind eine hohe Belastung für verschiedene Weide
Pferde belasten Weiden stark, sodass die Grasnarbe gefestigt sein muss.

Pferde belasten den Boden stärker als Rinder oder Schafe. Deshalb ist die Auswahl widerstandsfähiger Gräser von großer Bedeutung. Auch eine Vermeidung von Staunässe und übermäßiger Verdichtung trägt zu einer guten Pferdeweide bei.

Regelmäßige Weidepflege – Nachsaat, Striegeln, Abäppeln – fördert eine gute Durchwurzelung und verlängert so die Nutzbarkeit.

 

2.5 Gesundheitsrisiken minimieren

Durch richtige Weidewahl und -pflege können Risiken reduziert werden, z. B.:

  • Parasitenbefall (Kräuterreiche Wiesen können unterstützen)
  • Stoffwechselprobleme (durch energiearmes Gras)
  • Verletzungsgefahr (keine giftigen Pflanzen, stabile Grasnarbe)

 

Fazit

Die Wahl der richtigen Weideart hängt stark von Standort, Tierart und Nutzungsziel ab. Grünland-, Klee- oder Wiesenweiden bilden oftmals die Basis für eine ausgewogene Futterversorgung, während Spezialstandorte wie Hoch-, Moor- oder Salzweiden nur unter bestimmten Bedingungen geeignet sind.

Für die Pferdehaltung sind besonders artenreiche, strukturierte und nicht zu energiereiche Weiden empfehlenswert. Durch gezielte Pflege und die Auswahl geeigneter Pflanzenmischungen lassen sich die Qualität und Nachhaltigkeit Ihrer Weideflächen langfristig sichern.

Foto von JacLou- DL auf Pexels.

 

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