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Weidepflege im Frühjahr: Schleppen, Walzen, Säen, Düngen

Im Frühjahr beginnt die wichtige Phase der Weidepflege. Nach dem Winter sind die Flächen oft uneben, durchweicht und lückenhaft. Eine gezielte Pflege sorgt für gesunde Grasnarbe, bessere Futterqualität und eine längere Nutzungsdauer der Weideflächen.

Doch bevor Schleppen, Walzen, Säen und Düngen zum Einsatz kommen, braucht es eine sorgfältige Vorbereitung: In diesem Beitrag zeigen wir, welche Maßnahmen dazu gehören, worauf es bei der Durchführung ankommt und wie du deine Weide optimal für die kommenden Monate vorbereitest.

 

Grundlagen zur Weidepflege im Frühjahr

Bevor mit den eigentlichen Pflegearbeiten wie Schleppen, Walzen, Säen und Düngen begonnen wird, sind einige vorbereitende Maßnahmen entscheidend, um die Weide optimal auf die neue Saison vorzubereiten:

  1. In der Regel beginnt die Weidepflege ab März – abhängig von den regionalen Wetterbedingungen. Frost, Nässe oder Schnee können den Start verzögern, daher sollte der Zustand der Fläche vorab sorgfältig geprüft werden.
  2. Vor dem ersten Betreten empfiehlt sich eine Kontrolle auf Müll, Äste oder andere potenzielle Verletzungsquellen. Diese müssen entfernt werden, um die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten.
  3. Eine Bodenanalyse liefert wertvolle Informationen über Nährstoffgehalt und Bodenstruktur. Sie bildet die Grundlage für eine gezielte Düngung und Nachsaat und erhöht die Effizienz der weiteren Maßnahmen.
  4. Auch die Umzäunung sollte nach dem Winter gründlich überprüft werden. Lose Pfosten, beschädigte Litzen oder defekte Tore müssen instand gesetzt werden, um die Weide sicher nutzen zu können.
    Weideauftrieb, vorab muss die Weidepflege im Frühjahr abgeschlossen sein.
    Bevor die Weidesaison beginnen kann muss die Weidepflege abgeschlossen sein. Bild von Elke auf Pixabay

 

Schleppen – Die Basis für eine ebene und gesunde Weide

Das Schleppen ist eine der ersten und wichtigsten Maßnahmen der Frühjahrs-Weidepflege. Es dient dazu, die Fläche nach dem Winter zu ebnen und für die kommende Vegetationsperiode vorzubereiten. Trittschäden und Maulwurfshügel werden durch das Schleppgerät verteilt, wodurch eine gleichmäßige Oberfläche entsteht. Gleichzeitig werden Mist- und Pflanzenreste auf der Fläche verteilt, was die Zersetzung fördert und die Nährstoffverteilung verbessert. Ein weiterer positiver Effekt ist die Belüftung der Grasnarbe, die das Wachstum neuer Gräser unterstützt. Für eine intensivere Belüftung kann ergänzend ein Striegel eingesetzt werden, der abgestorbene Pflanzen entfernt und die Entwicklung junger Halme anregt. Der richtige Zeitpunkt für das Schleppen liegt etwa ab März, sobald der Boden trocken genug ist, um befahren zu werden, ohne die Grasnarbe zu beschädigen. So wird die Grundlage für eine gesunde und ertragreiche Weide geschaffen.

(Nach) Säen – In welcher Form ist das nötig?

Zur Weidepflege wird der Rasen nachgesät.
Im März oder April lohnt es sich Flächen nachzusäen.

Ein zentraler Bestandteil der Weidepflege im Frühjahr ist das Säen bzw. Nachsäen, um die Grasnarbe zu verdichten und geschädigte Stellen zu regenerieren. Der ideale Zeitraum dafür liegt im März oder April, abhängig von Wetter und Bodenbeschaffenheit. Für Pferdeweiden sollten spezielle, trittfeste Grasmischungen verwendet werden, die den besonderen Anforderungen standhalten.

Je nach Zustand der Fläche kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz: Bei kleineren Lücken im Bestand genügt eine einfache Übersaat, bei der das Saatgut oberflächlich ausgebracht wird – diese Methode eignet sich auch vorbeugend. Sind größere Flächen betroffen oder die Grasnarbe stark geschädigt, ist eine gezielte Nach- bzw. Durchsaat mit Spezialgeräten erforderlich, um die Weide wieder voll nutzbar zu machen.

Vor der Aussaat sollte die Altnarbe auf etwa 5–6 cm abgemäht werden, damit die jungen Samen ausreichend Licht und Platz zum Keimen haben. Eine gute Bodenfeuchtigkeit ist essenziell für den Erfolg der Maßnahme. Um die empfindliche Nachsaat zu schützen, sollte die Fläche für etwa sechs bis acht Wochen nicht beweidet werden. Sobald die jungen Gräser eine Höhe von rund 15 cm erreicht haben, empfiehlt sich ein Reinigungsschnitt – dieser regt das Wachstum an und unterstützt die Bestandsentwicklung nachhaltig.

Die Nachsaat ist besonders wichtig bei stark beanspruchten Flächen oder nach einem intensiven Winter. Sie trägt maßgeblich dazu bei, die Weide gesund und widerstandsfähig zu halten – eine Investition, die sich über die gesamte Saison hinweg auszahlt.

Walzen – Warum es zur Weidepflege im Frühjahr dazugehört

Das Walzen ist ein essenzieller Schritt im Rahmen der Weidepflege insbesondere nach dem Schleppen oder Säen. Es sorgt dafür, dass das Saatgut optimalen Bodenkontakt erhält und die Grasnarbe verdichtet wird. Dadurch verbessert sich die Wasser- und Wärmeleitung im Boden, was das Wachstum der Pflanzen nachhaltig unterstützt.

Damit das Walzen seine volle Wirkung entfalten kann, muss der Boden in einem günstigen Zustand sein – weder zu feucht noch zu trocken. Ein zu nasser Boden kann verdichtet und beschädigt werden, während ein zu trockener Boden keinen ausreichenden Bodenschluss ermöglicht. Besonders beanspruchte Bereiche wie Trampelpfade entlang von Zäunen sollten gezielt bearbeitet werden, da sie häufig stark geschädigt sind und eine intensive Pflege benötigen.

Durch das Walzen wird nicht nur die Keimung des Saatguts gefördert, sondern auch das Austrocknen der jungen Pflanzen verhindert. Es trägt somit entscheidend dazu bei, die Weideflächen gleichmäßig und widerstandsfähig zu gestalten.

Düngen – Nährstoffe gezielt zuführen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die gezielte Düngung der Flächen. Sie sorgt für eine ausgewogene Nährstoffversorgung und fördert das kräftige Wachstum der Gräser. Die Grunddüngung sollte idealerweise vor Beginn der Vegetationsperiode – also etwa zwischen März und Anfang April – erfolgen und auf den Ergebnissen einer Bodenprobe basieren. So lässt sich gezielt mit Stickstoff, Phosphor und Kalium arbeiten, je nach Bedarf des Bodens.

Etwa zwei Wochen nach dem Schleppen kann zusätzlich gekalkt werden. Das Kalken unterstützt insbesondere die Entwicklung der Untergräser, sorgt für eine dichtere Grasnarbe und wirkt gleichzeitig gegen frisch keimende Unkräuter. Damit trägt es wesentlich zur Weidehygiene bei.

Wichtig ist, dass Düngemittel gleichmäßig verteilt werden, um eine homogene Versorgung der Fläche zu gewährleisten. Idealerweise erfolgt die Düngung vor einem Regen, damit die Nährstoffe schnell in den Boden eindringen können. Etwa drei Wochen nach der Düngung empfiehlt sich ein Reinigungsschnitt – dieser regt das Wachstum der jungen Pflanzen an und unterstützt die Bestandsentwicklung.

Mit einer durchdachten Düngestrategie wird die Grundlage für eine gesunde, widerstandsfähige und nährstoffreiche Weide geschaffen – ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Weidepflege im Frühjahr.

Fazit: Mit guter Vorbereitung in eine erfolgreiche Weidesaison

Gut durchdacht kann die Weidesaison beginnen!

Die Weidepflege im Frühjahr ist der Schlüssel zu gesunden, widerstandsfähigen und ertragreichen Weideflächen. Nach den Belastungen des Winters braucht die Fläche gezielte Aufmerksamkeit – von der Vorbereitung über das Schleppen und Walzen bis hin zur Nachsaat und Düngung. Jede Maßnahme trägt dazu bei, die Grasnarbe zu stärken, die Futterqualität zu verbessern und die Nutzungsdauer der Weide zu verlängern.

Wer frühzeitig beginnt, sorgfältig plant und die Bedürfnisse des Bodens und der Tiere berücksichtigt, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Weidesaison. Mit einer gut gepflegten Weide profitieren nicht nur die Tiere, sondern auch die gesamte Betriebsstruktur – ökologisch, wirtschaftlich und nachhaltig.

 

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